Brettspiele

waren ein beliebter Zeitvertreib für die ganze Familie, für jung und alt. Allen voran die großen Spieleklassiker wie "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Fang den Hut". Brettspiele konnten zur Not auch selbst hergestellt werden. So hatte z.B. meine Tante ein Mühle- und ein Damespiel auf ein Stück Karton gezeichnet. Gespielt wurde mit schwarzen und weißen Knöpfen. Unterhaltung und Spannung waren noch ohne großen Aufwand und technischen Schickschnack möglich.

Spiele waren ein beliebtes Geschenk für Weihnachten oder Geburtstage. Ein Angelspiel bestand aus einen Pappkasten, indem sich verschiedene Pappfiguren in Form von Meeresgetier befanden. Diese Figuren enthielten einen kleinen Eisenring. Mit einem an einer Angel befestigtem Magnet musste man nun, ohne in den Kasten zu schauen, die Figuren herausangeln. Die Figuren hatten unterschiedliche Werte und wer am Schluß die meisten Punkte geangelt hatte war der Sieger. Ein anderes, oft gespieltes Spiel war der Klassiker Monopoly. Stundenlang war man damit beschäftigt, Straßen, Bahnhöfe oder Versorgungswerke zu kaufen, Häuser und Hotels zu bauen und seinen Reichtum zu mehren oder auch möglichst unbeschadet seine Runden durch die Straßen zu ziehen. Die Schlossallee war das teuerste und beliebteste Objekt für die, die es besaßen und das gefürchteste, für die, die es nicht besaßen.

Auch für Wissensvermittlung waren Brettspiele hilfreich. Bei den Reisespielen (Deutschland-, Europa-, Weltreise) musste man auf der Karte bestimmte Orte besuchen und dort bestimmte Aufgaben erfüllen. Eher weniger bekannt war das Jagdspiel, bei dem man mit den Spielfiguren eine Wald- und Gebirgslandschaft durchquerte und dabei mit dem Würfel Jagd auf Wildtiere machte. Dabei konnten Gebirgsschluchten, als auch größere Tiere wie Wolf und Bär zum Verhängnis werden. Wer unversehrt und mit der größten Beute zurückkehrte hatte gewonnen. Etwas technischer waren Elektrospiele. Das Spielfeld bestand dabei aus elektrischen Kontakten, auf die jeweils ein Aufgaben- und ein dazugehöriges Antwortenblatt gelegt wurden. Mittels zweier Kontakte musste man eine Frage mit der richtigen Antwort verbinden, um ein kleines Birnchen zum Leuchten zu bringen. Frage- und Antwortblätter gab es zu verschiedenen Wissensgebieten und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Mit etwa 12 Jahren machte ich dann Bekanntschaft mit dem Spiel der Könige, dem Schachspiel. Dieses Spiel zog mich für viele Jahre in seinen Bann. Mit Kunststofffiguren, einem aufrollbaren Kunststoffspielfeld, verstaut in einem Holzkasten war es transportabel, man konnte es (fast) überallhin mitnehmen. Noch praktischer waren kleine magnetische Schachspiele oder Ausführungen mit Steckfiguren. Mit ihnen konnte man auch Partien während des Schulunterrichts unter der Schulbank austragen. Später besaß ich auch ein festes, größeres Spielfeld aus Holz mit Edelholzfiguren.





Abbildungen (von oben nach unten):
1: Mensch ärgere Dich nicht, Schmidt Spiele, Berlin
2: Das Jagdspiel, Ravensburger Spiele, Otto Maier Verlag Ravensburg
3: Monopoly, Parker, Vertrieb durch Hasbro Inc., Soest


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